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 Eine Zeitzeugin erinnert sich...


Vor 70 Jahren wurde Meschede durch Bombenangriffe der Alliierten weitgehend zerstört. Über den schwerwiegendsten Angriff schreibt der damalige Pfarrer Künsting in  der Pfarrchronik: „Der 19.2.1945 wird in Meschede niemals vergessen werden, denn dieser Tag ist und bleibt für ewige Zeiten für Stadt und Gemeinde: ein „dies amara valde“ (das heißt übersetzt: ein sehr bitterer Tag).“

Annemarie Dahmen (91), Kirchenchormitglied seit 1972, erinnert sich:

„Ich werde nie vergessen, wie während meiner Bürotätigkeit bei der Firma Honsel gegen 14.00 Uhr erschreckendes Sirenengeheul ertönte: „Fliegeralarm!!“. Weil die Honsel-Werke wegen ihrer Rüstungsindustrie im Visier der Zerstörer standen, stürzten meine Kollegin Hanna Becker  und ich kopflos aus dem Gebäude. Hanna, die in Freienohl wohnte, hatte von der Firma Honsel einen Raum im Horst-Wessel-Haus in der Steinstraße zur Verfügung gestellt bekommen. Die tägliche Fahrt mit dem Zug von Freienohl nach Meschede wäre wegen der Fliegerangriffe zu risikoreich gewesen. Wir liefen so schnell es ging dorthin. Heil angekommen, kauerten wir auf dem Bett und hörten schon die Flieger anrücken. Dann fielen die Bomben, eine furchtbare Geräuschkulisse. Die Wände wackelten und die Deckenleuchte fiel herunter; Rauch erfüllte den Raum.
Nach kurzer Pause öffneten wir das Fenster und rannten durch Trümmer und Flammen zum Hagenweg, wo der nächste Bunker war. Da trafen wir auf viele verängstigte Personen, die auf Entwarnung warteten. Nach dem Verlassen des Bunkers schlugen uns dichte Rauchschwaden und Chaos entgegen. Man konnte nur Umrisse in der schlechten Sicht erkennen. Ich wollte nur sehen, ob unser Haus auf der Karolingerstraße, damals Norbert-Norkus-Straße, noch stand; es war unmöglich. Dann habe ich die nächste Strecke vom Hagenweg, Arnsberger Straße, Ottobrücke (die Ruhrbrücke war zerstört), Warsteiner Straße, Hardtstraße zu unserer Straße genommen: Unser Haus hatte einen Volltreffer bekommen. Es war bis auf die Kellerräume, in denen meine Schwester Käthe - wie durch ein Wunder - den Angriff überstanden hatte, zerstört worden. Ich fühlte mich verlassen und leer! Meine Mutter und die jüngste Schwester Agnes waren in die Deitmecke gerannt und fast bis Eversberg gekommen; sowohl sie als auch mein Vater kehrten unversehrt heim.
Am Abend, nachdem wir ausgebombt waren, haben uns Alfred Kliem und seine Frau Lena in ihrem Haus in der Hünenburgstraße Obdach gewährt. Am nächsten Tag begann mein Vater, Werkmeister bei den Honsel-Werken, mit den Aufräumungsarbeiten; dafür hatte ihm die Firma einige Kriegsgefangene zur Verfügung gestellt. Völlig ausgebombt, konnten wir vorübergehend bei meiner Tante Fina und Onkel Anton Kemper in Frielinghausen auf ihrem Bauernhof wohnen. Meine Mutter sagte: „Auch wenn wir alles verloren haben, .... wir sind doch alle am Leben geblieben!


Gedenkkonzert in Neheim

8. März 2015


Großes Konzert im Dom erinnert an Kriegsende vor 70 Jahren

Neheim. Insgesamt rund 100 Sängerinnen und Sänger aus drei Chören (Neuer Chor Neheim, Kantorei an St. Johannes Neheim und Projektchor Meschede) bereiten seit September 2014 ein Konzert vor, das an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren erinnern soll. Aufgeführt werden das Requiem von Gabriel Fauré, die Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“ des Dresdner Kreuz-Kantors Rudolf Mauersberger sowie der „130. Psalm für Chor und Sopran-Solo“ von Heinrich Kaminski. Der große Gesamtchor wird die Stücke in zwei Konzerten vortragen, die am Sonntag, 1. März, um 18 Uhr in der Mescheder Walburgakirche sowie am Sonntag, 8. März, um 20 Uhr im Neheimer Dom stattfinden.

„Natürlich handelt es sich in weiten Strecken um traurig anmutende Musik, doch beim Requiem von Fauré hellt sich am Ende des Werks die Musik deutlich auf und macht so den einkehrenden Frieden und den damit verbundenen Wiederaufbau deutlich“, betont der Neheimer Kantor Hartwig Diehl, der als Leiter der Konzerte fungiert.
Anregung aus Meschede

Der Anstoß zu den Gedenkkonzerten kam aus Meschede. Die dortige Dekanatskirchenmusikerin Barbara Grundhoff entwickelte das Konzept und leitet auch den Projektchor Meschede. Zum Gedenkkonzert gehört auch ein Rahmenprogramm, das in Meschede und Neheim nicht gleich ist. Während das Konzert in Meschede von anderen zusätzlichen musikalischen Beiträgen geprägt ist, hat Hartwig Diehl die Idee entwickelt, zusätzlich zum eigentlichen Konzert eine Bilderausstellung im Dom bzw. einen Zeitzeugen-Vortrag zu organisieren.
Auch Zeitzeugen gesucht

Wer also Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg beisteuern will, die z. B. Bombenschäden an Wohnhäusern, Industriegebäuden oder Bahnstrecken in den heutigen Städten Arnsberg und Sundern zeigen, kann sich melden bei:
Hartwig Diehl, Schwester-Aicharda-Straße 39, 59755 Arnsberg, Tel. 02932 / 8935880, Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Unter den gleichen Kontaktdaten können sich auch Zeitzeugen melden, die in den Städten Arnsberg und Sundern Tragisches im Zweiten Weltkrieg erlebt haben. In diesem Sinne sei zum Beispiel an die Bombardierung des Bahnhofs Neheim-Hüsten und den damit verbundenen Tod vieler Zwangsarbeiter in den nahen Baracken erinnert. Einzelne Bombeneinschläge gab es auch in der Neheimer Innenstadt In Arnsberg wurde der Viadukt bombardiert. Viele Bomben trafen dort auch benachbarte Wohnhäuser.

Martin Schwarz


Katholischer Kirchenchor ehrt treue und verdiente Mitglieder

22. November 2015


caecilia 2015 Der Katholische Kirchenchor Meschede hat jetzt sein jährliches Chorfest gefeiert. Nach der Mitgestaltung des Wortgottesdienstes in der Kirche Mariä Himmelfahrt versammelten sich die Chormitglieder - darunter auch passive Mitglieder und andere Kirchenmusiker - zum gemeinsamen Essen.

Vorher aber wurden noch langjährige Chormitglieder geehrt. Ferdie Gierse ist schon 50 Jahre lang in einem Kirchenchor, und immer noch ist er stimmlich in Topform. Gerne wurde ihm die Urkunde und die goldene Nadel überreicht. 20 Jahre singen Irmgard Heinzel und Gisela Körner schon mit. Ihr 10-Jähriges feierten Hella Scholten, Rudolf Heisiep und Ursula Bauer.

Drei neue Mitglieder haben im vergangenen Jahr zum Kirchenchor gefunden: Ursula Frantzen, Claudia Clemens und Sarah Otte erhielten ihre Satzung.

Für besondere Leistungen haben einige Mitglieder ein Dankeschön-Präsent erhalten: Rita Ehlert (sorgt für bleibende Erinnerungen durch Fotos), Gisela Langer (organisiert die Chorwochenenden) und Christa Lütke Wöstmann (engagiert sich außergewöhnlich im und für den Chor).

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