1923


Der Chor veranstaltete in diesen Jahren mehrere Konzerte in der Schützenhalle. 1923 gab er ein Benefizkonzert für das Krankenhaus mit mehr als 150 Sängern. Es waren 2000 Zuhörer gekommen. Den Schwestern des Krankenhauses konnten am Ende 2.300.000 Mark überreicht werden. Es war die Zeit der Inflation.

In der Chronik des Chores wird deutlich, welche Bedeutung er für das kulturelle Geschehen der Stadt Meschede hatte. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass der Kirchenchor mit Proben für anspruchsvolle und aufwändige Konzerte und dem Einstudieren von Messen und geistlichen Liedern für die Gottesdienste das ganze Jahr über beschäftigt war. Vor großen Konzerten wurde teilweise täglich geprobt. Nicht selten kamen eigene Kompositionen des begabten Musikers Johannes Simon zur Aufführung. Die Zuschauerzahl bei den Konzerten belief sich meistens um 1000 Personen. Die Einnahmen und Ausgaben mussten sich mindestens decken. Wenn jedoch etwa „nur“ 800 Zuhörer kamen, geriet der Chor in finanzielle Schwierigkeiten. Die enormen Kosten für große Veranstaltungen bestritt man deshalb durch Einnahmen aus Aufführungen von Singspielen und Theaterstücken. Dies alles war für die Chormitglieder mit großem Aufwand verbunden. Auch war man auf Spenden der Bürger angewiesen.

Er war nach Nordamerika ausgewandert und schickte eigens hierfür eine 10 $ Note. Zu den zahlreichen Proben für viele Aufführungen mussten die Sänger(innen) teilweise selber Brennholz zum Heizen des Gesellenhauses mitbringen.

Damals wurden an allen Hochfesten mehrstimmige Messen gesungen, die gewissenhaft geprobt wurden. In der Zeit ohne Fernsehen wurden musikalische Aufführungen auch außerhalb der Kirche gerne besucht. Der Chor kam diesem kulturellen Bedürfnis nach.

 

 

 

 

 

1924


Johannes Schüttler schenkte dem Chor einen ca. 120 Pfund schweren Hirsch, der durch den Verkauf des Fleisches 85 R-Mark einbrachte. Die Vorstandsmitglieder waren dennoch mit großen finanziellen Sorgen belastet. Der Dirigent und der Schriftführer übernahmen zeitweise für die Schulden beim Kreditverein die selbstschuldnerische Bürgschaft. Viele Ehrenmitglieder unterstützten den Chor mit einem Jahresbeitrag von 2 R-Mark.
Der Chor zählte über Jahre hinweg ca. 50 bis 60 Mitglieder. Bei besonderen Konzerten wurde er jedoch durch viele sangesfreudige Bürger erweitert.

1925


In der handschriftlichen Chronik ist vermerkt, dass der Chor im November, nach der Fertigstellung des St. Antonius Jugendheims in der „Passe“, in dieses übersiedelte. Die sogenannte Passe war ein ehemaliger Passionsweg oder Kreuzgang im Westflügel des alten Stiftsvierecks. Hier befand sich vorher das Gerätehaus der Feuerwehr. Später wurde es dort allerdings zu eng. Vermutlich hat man dann ein Jugendheim darin errichtet. Der Name „St. Antonius“ hat vielleicht nur kurz bestanden, denn daran erinnert sich niemand der Befragten. Nach der Zerstörung der Kirche und aller Nebengebäude im Krieg 1945 wurde an der Stelle der Passe später der Kindergarten bzw. das heutige Jugendheim St. Walburga gebaut. Dort probt auch jetzt wieder der Kirchenchor, also wie zu alter Zeit.

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